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Es lebe Sankt Johannes!

Junifeste

Quadrilha, Akkordeon und Lagerfeuer: Forró zu Hause.

Ursprünge

Die Junifeste begannen lange bevor sie Brasilien erreichten. Im mittelalterlichen Europa feierten Gemeinschaften die Sommersonnenwende, indem sie Feuer entzündeten und darum tanzten. Die katholische Kirche übernahm den Brauch und ordnete jeder Festnacht einen Heiligen zu: Sankt Antonius (13.), Sankt Johannes (24.) und Sankt Petrus (29.). Die Tradition überquerte den Atlantik mit den portugiesischen Kolonisten.

In Brasilien

Im Nordosten fand das Fest fruchtbaren Boden. Vermischt mit indigenen und afrikanischen Traditionen erhielt es eigene Farben: Es begann auch die Maisernte, das Kommen des Regens und das Ende der Trockenzeit zu feiern. Jedes Dorf entwickelte seine eigene Art zu feiern — als Novene, Auktion, ländliche Hochzeit oder Tanz im Hinterhof.

Die Elemente

Wer auf einem Arraial ankommt, findet dieselben Codes: bunte Wimpelketten am Himmel, ein loderndes Feuer, einen Tisch voller Canjica, Pamonha, gekochtem Mais, Maismehlkuchen und Dulce de Leche. Zum Trinken Quentão und Glühwein. Die Tänzer tragen Landkleidung: geblümtes Kleid mit Rüschen, kariertes Hemd, Strohhut. Die Quadrilha — der kollektive Tanz, geleitet vom Vortänzer — ist der Moment, in dem alle zu einem Körper werden.

Forró und Junifest

Der Forró wurde aus diesem Boden geboren. Als Luiz Gonzaga in den 1940ern das Pé-de-Serra-Akkordeon ins Radio brachte, übersetzte er für das ganze Land, was man bereits auf jedem nordöstlichen Arraial hörte. Asa Branca, Olha Pro Céu, São João Antigo — alle sprechen von diesem Fest. Bis heute ist der Juni der Monat, in dem der Forró am tiefsten atmet: Bands verdoppeln ihren Terminkalender, die Bälle füllen sich, und der Pé-de-Serra rückt wieder ins Zentrum. Man kann über das eine nicht reden, ohne über das andere zu sprechen.

São João ist Forró in seiner reinsten Form. Das Fest wurde im Hof geboren und hat ihn nie verlassen.

Das Fest heute

Heute gehört das Junifest ganz Brasilien. Im Nordosten finden sich die Feierlichkeiten, die zum Kulturerbe wurden: Caruaru (PE) und Campina Grande (PB) ringen um den Titel des größten São João der Welt und ziehen im Juni Millionen an. Mossoró (RN), Aracaju (SE), Salvador (BA), Recife (PE), São Luís (MA), Belém (PA) — jede Stadt im Norden und Nordosten hat ihr riesiges Arraial. Im Südosten bewahrt Minas Gerais traditionelle Quermesses in kleinen Gemeinden. In São Paulo, Rio, Brasília und allen Großstädten organisieren Stadtteil-Arraiás, Konzertsäle und Forró-Clubs den ganzen Juni über Feste. Die Landtracht wechselt den Akzent, der Quentão kommt vielleicht im Pappbecher, doch der Kern bleibt: Wimpelketten, eine Band auf der Bühne, Menschen, die bis zum Sonnenaufgang tanzen. Forró pé-de-serra ist der Faden, der all diese Orte verbindet.

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